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Tipps zur Formulierung von Multiple Choice-Fragen

Um Ihnen die Erstellung von Multiple-Choice-Aufgaben zu erleichtern, haben wir einige nützliche Regeln zusammengestellt und sie jeweils an einem Negativ-Beispiel erläutert.

Regel 1: Nichtzutreffende Antworten sollen im gleichen Maße plausibel erscheinen wie zutreffende Antworten.
Negativ-Beispiel: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann zu folgenden Nebenwirkungen führen:

  • gastrointestinale Blutungen
  • Thrombozytenaggregationshemmung
  • Atemlähmung
  • schwere genetische Veränderungen

Hier kann die allgemeine Vermutung, dass Medikamente, die Atemlähmungen oder schwere genetische Veränderungen bewirken, nicht (rezeptfrei) auf dem Markt zugelassen sind, zur Beantwortung der Frage beitragen. Die richtigen Antworten lassen sich somit durch Ausschlussverfahren finden.
 
Regel 2: Die Auswahlantworten müssen eindeutig richtig oder falsch sein. Vermeiden Sie, zwei gedankliche Inhalte in einer Feststellung zu vereinen.
Negativ-Beispiel: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann zu folgenden unerwünschten Wirkungen führen:

  • gastrointestinale Blutungen
  • Thrombozytenaggregationshemmung
  • erhöhte Frakturrate
  • vermehrte Krampfneigung

Der Lernende wird durch die Formulierung „unerwünschte“ (Wirkungen)„ verwirrt, da die herabgesetzte Blutgerinnung durchaus auch ein erwünschter therapeutischer Effekt sein kann.
 
Regel 3: Die Fragestellung soll alle notwendigen, aber keine irrelevanten Informationen enthalten. Vermeiden Sie lange, inhaltsreiche Sätze. Vermeiden Sie negative Formulierungen und doppelte Verneinung.
Negativ-Beispiel: Bei dem weitverbreiteten Medikament Aspirin® (Wirkstoff Acetylsalicylsäure), das nun kostengünstig auch von vielen Firmen als Generic produziert wird, da die Exklusivlizenz des Patentinhabers abgelaufen ist, können, wie viele Studien zeigten, folgende Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden:…
 
Regel 4: Bei der Formulierung der Antworten sollen nicht ungewollt Hinweise auf die zutreffenden Antworten gegeben werden. Zusätze wie „gewöhnlich, im Allgemeinen, oft, manchmal“ sind zumeist Hinweise auf die richtigen Antworten; Zusätze wie „immer, nie, alle, keine, nur“ weisen oft auf die nichtzutreffenden Lösungen hin.
Negativ-Beispiel: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann bei dauerhafter Einnahme zu folgenden Nebenwirkungen führen:

  • Nicht selten kommt es zu gastrointestinalen Blutungen
  • Es zeigt sich gewöhnlich eine Thrombozytenaggregationshemmung
  • Es erhöht sich immer die Frakturanfälligkeit
  • Jeder Patient erleidet mindestens einen Krampfanfall

Regel 5: Alle vorgegebenen Antworten sollen grammatisch mit der Fragestellung übereinstimmen, damit nicht durch den Satzbau Hinweise auf die richtige Lösung gegeben werden.
Negativ-Beispiel: Nach Verabreichung des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure können:

  • gastrointestinale Blutungen auftreten
  • sich die Blutgerinnungseigenschaften verändern
  • die Frakturrate zunehmen
  • vermehrte Krampfanfälligkeit auftreten

Die letzten beiden Antworten passen grammatikalisch nicht zur Fragestellung. Der Lernende kann die richtigen Lösungen anhand des Satzbaus erraten.
 
Regel 6: Die zutreffenden Lösungen dürfen nicht durch das äußere Bild erkennbar sein.
Negativ-Beispiel: Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure verändert die Blutungszeit auf:
•    unter 1 min
•    1 min
•    über 5 min bei 500 mg Aspirin pro Tag


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